Projekte

 

Digitale Medien als Werkzeuge inklusiven Lernens in Überbetrieblichen Berufsbildungsstätten der Bauindustrie (MeinBerufBau)

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung; Laufzeit: 2018-2021

Das Verbundprojekt MeinBerufBau fokussiert im Sinne eines engen Inklusionsverständnisses Auszubildende mit einer Lernbehinderung, die eine duale Ausbildung in einem Ausbildungsberuf der Bauwirtschaft absolvieren (möchten). Ziel ist die Entwicklung digitaler Lernsettings, die neuartige Formen für ein gemeinsames Lernen von Auszubildenden mit und ohne Lernbehinderung bereitstellen. Im Fokus steht dabei die Gestaltung barrierefreier Lern- und Bildungsprozesse, um Auszubildende beim Erlernen und langfristigen Ausüben einer beruflichen Tätigkeit zu unterstützen.

Das Lehr- und Forschungsgebiet Fachdidaktik Bautechnik entwickelt und erprobt hierzu gemeinsam mit dem Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW gGmbH in Kerpen und dem Lehr- und Forschungsgebiet Informatik 9: Learning Technologies der RWTH Aachen University inklusionsorientierte Lernsettings, die ausgehend von inhaltlichen bzw. fachspezifischen Lernbarrieren potenzialorientiert an die individuellen Lernvoraussetzungen der Auszubildenden anknüpfen und systematisch Bezug nehmen auf reale berufspraktische Anforderungen. Geplant ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung einer Toolbox mit Lernapplikationen zur kollaborativen Erarbeitung von Fachinhalten der Ausbildung. Darüber hinaus werden didaktisch-methodische bzw. technische Anleitungen für Ausbilder_innen konzipiert, um die Integration der Lernapplikationen in die beruflichen Lehr-Lernprozesse zu unterstützen. In den Phasen der Erprobung übernehmen die Lehr- und Forschungsgebiete Fachdidaktik Bautechnik und Informatik 9: Learning Technologies die wissenschaftliche Begleitung und evaluieren den Einsatz der Lernapplikationen aus didaktisch-methodischer bzw. technischer Perspektive.

Fokussiert wird im Projekt MeinBerufBau die berufsfeldbreite Grundbildung (1. Ausbildungsjahr) am Ausbildungszentrum Kerpen, wo die entwickelten Lernapplikationen im Sinne einer nachhaltigen Implementierung als konstitutives Element der Ausbildung verankert werden sollen. Ein Transfer auf weitere überbetriebliche Berufsbildungsstätten wird dabei langfristig angestrebt und durch die Bereitstellung der Toolbox als Open Educational Resources ermöglicht.

Ansprechpartner: Univ.-Prof. Dr. Volker Rexing

 

Beruf Lehrerin/Lehrer BK! (BeLEK) – Kooperative Stärkung des Lehramts für Berufskollegs in der Ausbildungsregion Rheinland an der RWTH Aachen University im Verbund mit ausgewählten Fachhochschulen im Rahmen des Aachener Modells Lehramt BK

Förderung: Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW; Laufzeit: 2013-2017; verstetigt ab 2018

In NRW werden Lehrkräfte für Berufskollegs insbesondere im gewerblich-technischen Bereich dringend benötigt. Aufgrund der geringen Nachfrage der Schüler_innen an diesen Studienfächern werden von den Universitäten in NRW nur wenige Studierende ausgebildet. Hinzu kommt, dass FH-Bachelorstudierende eine Berufskarriere als Lehrkraft BK in der Regel nicht als mögliche biografische Option wahrnehmen. Für die zukünftige Sicherung des Lehrkräftebedarfs sind Maßnahmen erforderlich, welche die Anerkennungsstrukturen verbessern, neue Interessentengruppen akquirieren und erforderliche Kompetenzen für die Handlungsfelder BK systematisch und nachhaltig sichern. Ziel der RWTH Aachen University ist es, im Verbund mit Fachhochschulen der Ausbildungsregion Rheinland mehr Lehrkräfte für das Berufskolleg in gewerblich-technischen beruflichen Fachrichtungen auszubilden, die erforderlichen fachdidaktischen und berufspädagogischen Kompetenzen für eine qualifizierte Tätigkeit in diesem Handlungsfeld durch den Aufbau kooperativer Ausbildungsstrukturen zu gewährleisten und ihnen gleichzeitig eine volle Polyvalenz zu garantieren. Des Weiteren sollen Ausbildungsmodule im Bereich der beruflichen Bildung für die zweite und dritte Phase der Lehrerbildung entwickelt werden, die eine Ausdifferenzierung des in der ersten Phase angebahnten Kompetenzaufbaus anvisieren. Dazu kooperiert die Fakultät für Bauingenieurwesen der RWTH Aachen University mit dem Fachbereich Bauingenieurwesen der FH Aachen und der TH Köln, um interessierten FH-Studierenden ein Studium der (großen) beruflichen Fachrichtung Bautechnik in Kombination mit der kleinen beruflichen Fachrichtung Holztechnik oder Tiefbautechnik zu ermöglichen.

 

Heterogenität - domänenspezifische Konkretisierung eines komplexen Phänomens im Berufsfeld Bautechnik als Basis einer inklusiven Fachdidaktik

Förderung: Eigenprojekt

Der Begriff Heterogenität wird im Kontext der beruflichen Bildung als Schlagwort verwendet insbesondere für die Beschreibung der Lernvoraussetzungen von Auszubildenden beziehungsweise Berufsschülerinnen und Berufsschüler. Damit verbunden werden häufig Paradigmen für die Lehr-Lernprozessgestaltung zum Beispiel Inklusion, individuelle Förderung.

Allerdings zeigt sich bereits das theoretische Konstrukt als durchaus komplex (zum Beispiel Helmke 2015) und bildet sich in der beruflichen Bildung in einer ebenso vielschichtigen empirischen Befundlage ab. Für das hier fokussierte Berufsfeld Bautechnik untersuchen vorliegende Studien insbesondere kognitive Lernvoraussetzungen (zu sprachlichem Entwicklungsbedarf zum Beispiel Grotlüschen/Riekmann 2012) und deren Förderung (vergleiche zum Beispiel Norwig/Petsch/Nickolaus 2010; Rexing/Keimes/Ziegler 2015).

Ein weiterer berufsfeldübergreifender Schwerpunkt sind Aspekte kultureller Diversität (zum Beispiel Kimmelmann 2009). Für die Inklusion zeigt sich eine ähnliche begriffliche Unschärfe.

Der Beitrag versucht zu einer begrifflichen Klärung beizutragen, indem für das Berufsfeld Bautechnik auf theoretischer und empirischer Basis eine möglichst differenzierte Konkretisierung von Heterogenität versucht beziehungsweise ein domänenspezifisch brauchbares Begriffsverständnis von Inklusion geklärt wird.

Dies wird über ein systematisches Literaturreview realisiert (vergleiche zum Beispiel Rowley/Slack 2004). Dabei werden Publikationen fokussiert, die Heterogenität im Kontext beruflicher Bildung, insbesondere für das Berufsfeld Bautechnik, empirisch untersuchen.

Auf dieser Basis sollen domänenspezifische Herausforderungen für die Lehr-Lernprozessgestaltung beschrieben und Desiderate für die weitere Forschung im Sinne einer inklusiven Fachdidaktik (vergleiche KMK/HRK 2015) identifiziert werden.

 

Leseanforderungen in gewerblich-technischen Bildungsgängen als Basis für die Entwicklung adressatenspezifischer integrierter Konzepte zur Förderung von Lesestrategien

Förderung: Eigenprojekt

Bisherige empirische Befunde im Kontext von Lesekompetenzförderung in der beruflichen Bildung zeigen eine geringe Wirksamkeit entsprechender Förderkonzepte an. Als bedeutend für die unzureichende Effizienz der Förderbemühungen hat sich insbesondere die problematische motivationale Einstellung der Berufsschülerinnen und Berufsschüler zum Lesen erwiesen. Offensichtlich gelingt es nicht, Schülerinnen und Schülern die berufsspezifische Relevanz von Lesekompetenz zu verdeutlichen.

Als ein zentrales Ergebnis bisheriger Forschung muss folglich der Bedarf an Förderkonzepten mit Bezug zu authentischen beruflichen Anforderungssituationen formuliert werden. Insofern besteht eine zentrale Zielsetzung des Projekts zunächst darin, die konkrete Relevanz von Lesekompetenz in beruflichen Handlungssituationen zu erfassen.

Eine darauf basierende Fragestellung ist die Genese eines entsprechenden berufsspezifischen Förderkonzepts, dessen Wirksamkeit im Rahmen einer Interventionsstudie evaluiert werden soll.