Projekte

 

Beruf Lehrerin/Lehrer BK! (BeLEK) – Kooperative Stärkung des Lehramts für Berufskollegs in der Ausbildungsregion Rheinland an der RWTH Aachen University im Verbund mit ausgewählten Fachhochschulen im Rahmen des Aachener Modells Lehramt BK

Förderung: Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW; Laufzeit: 2013-2017; Volumen: 2.500.000 Euro

In NRW werden Lehrkräfte für Berufskollegs insbesondere im gewerblich-technischen Bereich dringend benötigt. Aufgrund der geringen Nachfrage der Schülerinnen und Schüler an diesen Studienfächern werden von den Universitäten in NRW nur wenige Studierende ausgebildet.

Hinzu kommt, dass FH-Bachelorstudierende eine Berufskarriere als Lehrkraft BK in der Regel nicht als mögliche biografische Option wahrnehmen. Für die zukünftige Sicherung des Lehrkräftebedarfs sind Maßnahmen erforderlich, welche die Anerkennungsstrukturen verbessern, neue Interessentengruppen akquirieren und erforderliche Kompetenzen für die Handlungsfelder BK systematisch und nachhaltig sichern.

Ziel der RWTH Aachen ist es, im Verbund mit Fachhochschulen der Ausbildungsregion Rheinland mehr Lehrkräfte für das Berufskolleg in gewerblich-technischen beruflichen Fachrichtungen auszubilden, die erforderlichen fachdidaktischen und berufspädagogischen Kompetenzen für eine qualifizierte Tätigkeit in diesem Handlungsfeld durch den Aufbau kooperativer Ausbildungsstrukturen zu gewährleisten und ihnen gleichzeitig eine volle Polyvalenz zu garantieren.

Des Weiteren sollen Ausbildungsmodule im Bereich der beruflichen Bildung für die zweite und dritte Phase der Lehrerbildung entwickelt werden, die eine Ausdifferenzierung des in der ersten Phase angebahnten Kompetenzaufbaus anvisieren. Dazu kooperiert die Fakultät für Bauingenieurwesen der RWTH Aachen University mit dem Fachbereich Bauingenieurwesen der FH Aachen, um interessierten FH-Studierenden ein Studium der großen beruflichen Fachrichtung Bautechnik in Kombination mit der kleinen beruflichen Fachrichtung Holztechnik oder Tiefbautechnik zu ermöglichen. Eine Kooperation mit der TH Köln ist aktuell in Planung.

 

Leseanforderungen in gewerblich-technischen Bildungsgängen als Basis für die Entwicklung adressatenspezifischer integrierter Konzepte zur Förderung von Lesestrategien

Förderung: Eigenprojekt

Bisherige empirische Befunde im Kontext von Lesekompetenzförderung in der beruflichen Bildung zeigen eine geringe Wirksamkeit entsprechender Förderkonzepte an. Als bedeutend für die unzureichende Effizienz der Förderbemühungen hat sich insbesondere die problematische motivationale Einstellung der Berufsschülerinnen und Berufsschüler zum Lesen erwiesen. Offensichtlich gelingt es nicht, Schülerinnen und Schülern die berufsspezifische Relevanz von Lesekompetenz zu verdeutlichen.

Als ein zentrales Ergebnis bisheriger Forschung muss folglich der Bedarf an Förderkonzepten mit Bezug zu authentischen beruflichen Anforderungssituationen formuliert werden. Insofern besteht eine zentrale Zielsetzung des Projekts zunächst darin, die konkrete Relevanz von Lesekompetenz in beruflichen Handlungssituationen zu erfassen.

Eine darauf basierende Fragestellung ist die Genese eines entsprechenden berufsspezifischen Förderkonzepts, dessen Wirksamkeit im Rahmen einer Interventionsstudie evaluiert werden soll.

 

Heterogenität - domänenspezifische Konkretisierung eines komplexen Phänomens im Berufsfeld Bautechnik als Basis einer inklusiven Fachdidaktik

Förderung: Eigenprojekt

Der Begriff Heterogenität wird im Kontext der beruflichen Bildung als Schlagwort verwendet insbesondere für die Beschreibung der Lernvoraussetzungen von Auszubildenden beziehungsweise Berufsschülerinnen und Berufsschüler. Damit verbunden werden häufig Paradigmen für die Lehr-Lernprozessgestaltung zum Beispiel Inklusion, individuelle Förderung.

Allerdings zeigt sich bereits das theoretische Konstrukt als durchaus komplex (zum Beispiel Helmke 2015) und bildet sich in der beruflichen Bildung in einer ebenso vielschichtigen empirischen Befundlage ab. Für das hier fokussierte Berufsfeld Bautechnik untersuchen vorliegende Studien insbesondere kognitive Lernvoraussetzungen (zu sprachlichem Entwicklungsbedarf zum Beispiel Grotlüschen/Riekmann 2012) und deren Förderung (vergleiche zum Beispiel Norwig/Petsch/Nickolaus 2010; Rexing/Keimes/Ziegler 2015).

Ein weiterer berufsfeldübergreifender Schwerpunkt sind Aspekte kultureller Diversität (zum Beispiel Kimmelmann 2009). Für die Inklusion zeigt sich eine ähnliche begriffliche Unschärfe.

Der Beitrag versucht zu einer begrifflichen Klärung beizutragen, indem für das Berufsfeld Bautechnik auf theoretischer und empirischer Basis eine möglichst differenzierte Konkretisierung von Heterogenität versucht beziehungsweise ein domänenspezifisch brauchbares Begriffsverständnis von Inklusion geklärt wird.

Dies wird über ein systematisches Literaturreview realisiert (vergleiche zum Beispiel Rowley/Slack 2004). Dabei werden Publikationen fokussiert, die Heterogenität im Kontext beruflicher Bildung, insbesondere für das Berufsfeld Bautechnik, empirisch untersuchen.

Auf dieser Basis sollen domänenspezifische Herausforderungen für die Lehr-Lernprozessgestaltung beschrieben und Desiderate für die weitere Forschung im Sinne einer inklusiven Fachdidaktik (vergleiche KMK/HRK 2015) identifiziert werden.